Hainich

Die Region rund um den Hainich

Die Region rund um das UNESCO-Weltnaturerbe Hainich, im Dreieck zwischen den geschichtsträchtigen Städten Mühlhausen, Eisenach und Bad Langensalza gelegen, ist geprägt von einer großen Vielfältigkeit.
Nicht nur die einzigartige Landschaft besticht durch ihre besondere Schönheit zu jeder Jahreszeit. Auch die Zahl der sehenswerten Ausflugsziele ist hier sehr groß.
Die abwechslungsreiche Landschaft zeigt sich im Westen des Hainichs mit eindrucksvollen Bergen und Tälern, während sich im Osten ein grandioser Blick über die sanften Hügel und Auen des Thüringer Beckens bietet.
Vom Kammerforster Waldrand aus kann bei guter Sicht sogar der Ettersberg bei Weimar und fast bis zum südlichen Harz gesehen werden.
Ausladende Streuobstwiesen wechseln sich mit Kulturflächen und Weiden mit Kühen und Schafen sowie mit Pferdekoppeln ab.
Die urigen Waldbestände des Hainichs bieten eine enorme Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren, aber auch die naturnah belassenen Wirtschaftswaldflächen beeindrucken mit ihrem gesunden und vielfältigen Bestand an Bäumen, Pflanzen und Tieren.

Wer die Region rund um Kammerforst und den Hainich erkunden will, findet aber nicht nur Natur, sondern ebenso viel Kultur und Geschichte.
Etwa 5 Kilometer entfernt befindet sich bei Niederdorla der geografische Mittelpunkt Deutschlands und das germanische Opfermoor mit Museum und authentisch nachgebauter germanischer Siedlung.
Motorradfreunde können hier im Juli ein großes Bikertreffen besuchen.

In der einstigen freien und Reichsstadt Mühlhausen, die ebenso zum Hanse-Bund gehörte, wirkten unter anderem Thomas Müntzer und Johann Sebastian Bach. Beindruckend sind die zu großen Teilen erhaltene Stadtmauer und die Vielzahl an Kirchen. Die beeindruckendsten unter ihnen sind St. Marien und Divi Blasii, aber auch die Kornmarktkirche, welche eine Ausstellung zum Bauernkrieg beinhaltet.
Einen besonderen Höhepunkt bietet die etwa 10 km entfernte Stadt mit der größten Stadtkirmes Deutschlands, die jährlich Ende August bis Anfang September gefeiert wird.

Auf historischen Pfaden kann man auch in Eisenach wandeln, dass etwa 20 km entfernt ist. Hier ist nicht nur die Wartburg als „Deutscheste aller Burgen“ zu bewundern, wo Martin Luther als Junker Jörg das Alte Testament ins Deutsche übersetzte und die Heilige Elisabeth wirkte. Auch können Sie das Bachhaus, das Lutherhaus oder das Burschenschaftsdenkmal bewundern.

 Die Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza ist geprägt vom liebevoll restaurierten historische Stadtkern und von den vielen Themengärten und Parks und ist mit dem PKW in etwa 20 Minuten zu erreichen. Es gibt einen Japanischen Garten, einen Rosengarten, den Magnoliengarten, den Botanischen Garten und vieles mehr. Seit Jahren wird im Spätsommer das große Mittelalterstadtfest gefeiert, welches die komplette Innenstadt in den Charme vergangener Ritterszeiten hüllt.
Die Friederikentherme bietet Entspannung pur und lädt mit ihren Heilquellen und großer Saunalandschaft zum Erholen ein.
Kindern wird es beim Besuch des Spielparadieses Rumpelburg sicher nicht langweilig.

Für Tagesausflüge bietet sich die 50 km entfernte Thüringer Landeshauptstadt Erfurt an, auch der Kyffhäuser und der Harz sind in weniger als zwei Stunden zu erreichen.

UNESCO Weltnaturerbe Hainich – Ein Nationalpark in der Mitte Deutschlands

Der Hainich, gelegen zwischen den Städten Mühlhausen, Eisenach und Bad Langensalza, ist ein bewaldeter Höhenzug mit der Größe                          von etwa 15000 ha.
Seit dem 31.12.1997 ist der Südteil als 13. Nationalpark in Deutschland ausgewiesen. Die einmaligen Waldbestände des Hainichs zeigen die für Mitteleuropa typischen Buchenwaldbestände, die in ihrer Größe und Unzerschnittenheit sonst kaum mehr zu finden sind. Das Besondere am Hainich ist eben diese typische Waldform, wie sie in ihrer Ursprünglichkeit für Mitteleuropa steht.
Jahrzehnte lang wurden Teile des heutigen Nationalparks als Truppenübungsplatz militärisch genutzt. Großflächig abgeholzte Gebiete und von Panzern zerwühlte Landschaften prägten das Bild des Waldes. Aber eben in diesen nicht bewirtschafteten Gebieten bildeten sich Waldformen, die in ihrer Vegetation einen urwaldähnlichen und ursprünglichen Charakter aufweisen. Rotbuchenriesen, die zwischen Hainbuche, Bergahorn, Eschen und Eichen gen Himmel strotzen, zeugen von der Lebenskraft des Waldes. Selbst wenn die Bäume eines natürlichen Todes gestorben sind, bilden sie die Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten.

Das in zwei Schutzzonen unterteilte Gebiet des Nationalparks bildet den Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere, von denen viele bereits auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen. Von den Säugetieren ist die Wildkatze einer der seltensten und scheuesten Bewohner des Hainichs. Unter den etwa 150 anzutreffenden Vogelarten dieses Waldes hat sich auch der seltene Schwarzstorch wieder angesiedelt. Insekten und wirbellose Tiere verdanken ihr artenreiches Vorkommen hauptsächlich den Totholzbeständen, die vielen seltenen Arten ideale Lebensgrundlage bieten.
Enorm vielfältig ist auch die Vegetation des Hainichs, die neben der Baumschicht aus den verschiedenen Laubholzarten auch eine typische Muschelkalkboden-Krautschicht aufweist, aber in ihrer zusammenhängenden Großflächigkeit und Üppigkeit einzigartig ist. Hier findet man unter anderem verschiedenste Orchideenarten, geschützte Pflanzen wie Seidelbast und im Frühjahr sind die wohl Deutschlandweit größten mit Bärlauch bewachsenen Flächen zu bestaunen.

Ein Ausflug in den Nationalpark lohnt sich zu jeder Jahreszeit, denn in dieser einzigartigen Natur gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Ob zu Fuß, mit dem Rad, per Kremserwagen oder auf einer der vielen von Nationalpark-Rangern geführten Touren bildet ein Besuch des Hainichs immer ein beeindruckendes Erlebnis.